Letzten Freitag war es soweit, mein "Jahresurlaub" nach dem Motto man gönnt sich ja sonst nichts stand an. Um eins tauschte ich für ein Wochenende meinen Honda gegen einen BMW Einser. Meinem Wunsch nach einem Dieselfahrzeug kam der Verleiher nicht nach, dafür wurde mein Kommentar, ich hätte doch lieber einen BMW anstatt eines Audis erhört. Schon beim Einsteigen tauche ich in eine neue Welt ein. Den Schlüssel (hat wenig mit dem ursprünglichen metallischen Gegenstand zu tun) steckt man die Öffnung, die Zündung wird aktiviert, und das mittige Display klappt sich hoch. Das Sahnestück des Innenraums stellt ohne Frage das iDrive dar, welches vorhanden war ohne den Aufpreis für Navi zu zahlen, wunderbar. Die Fahrt zu einem Kumpel, der Zivi in einer Jugendherberge in der Rhön ableistet, war doch eher geprägt von Berufsverkehr als von Fahrspaß. Der Landkreis Fulda mit seinen hunderten stationären Radarkontrollen tat ein übriges. Das Wochenende haben wir sehr gemütlich mit einem ausgedehnten Besuch der Sinntalsauna eingeläutet. Am Abend wurde noch der jugendherbergsche Kühlschrank erleichert, wir haben auf den Laptop meines Kumpels angestoßen den ich ihm bei dieser Gelegenheit "geliefert" habe. Für technisch interessierte: Samsung R65-Pro T5500 mit voll "Need for Speed"-fähiger Grafikkarte Geforce 7600 Go, abgerundet mit einem brandneuen Canondrucker, einer Lasermaus und einem hochwertigen Dicota-Alukoffer. Für den Samstag anstehenden Casinobesuch habe ich vorsorglich meinen Anzug in den Kofferraum des BMW Einser gepackt. Allerdings konnte ich die Nachfrage nach anderen Schuhen nicht positiv beantworten, man wird alt und vergesslich. Da man mit "Turnschuhen" nicht in ein Casino gehen sollte, entschlossen wir uns zum Schuhdiscounter zu gehen und ein paar "Einmalschuhe zu erwerben", man gönnt sich ja sonst nichts. Um etwas Kultur zu erleben sind wir anschließend auf die Wasserkuppe gefahren und haben dem dortigen Segelflugmuseum einen Besuch abgestattet. Dank englischen Wetter war die Aussicht vom höchsten Punkt Hessen eher spärlich. Nach dem Konsum einer Tiefkühlpizza machten wir uns auf den 135km langen Weg nach Kassel. Dank richtig geilen Navi war die Fahrt ein Kinderspiel. Der Eintritt ins Casino beeinhaltete eine Aufnahme aller persönlicher Daten, bei Beruf wird Zivi eingetragen, da freut sich die Statistik, sowie einen symbolischen Euro. Klassischerweise wurde Roulette gespielt, das Limit waren 40€, man hats ja. Nach den ersten verzockten 20€ pausierten wir zu einem kleinen Resümee. Mir fiel auf, dass ich noch meine normalen Schule anhatte, und mich dennoch im Casino befand, yeah, der Kauf der Schuhe hatte sich megamäßig gelohnt. Man sah im übrigen die verschiedensten Leute, nach Millionär sah aber keiner aus. Dennoch wurden die großen lila Scheinchen über den Tisch geworfen, Mafia und Geldwäsche waren bestimmt auch Thema. Im Gegensatz zum vergeblichen Ausfüllen des Lottoscheins hatte ich im Casino Glück. Mit den 2. 20€ gelang es mir den gesamten Einsatz plus ein Euro Gewinn reinzuspielen. Mein Kumpel ging leider mit Totalverlust aus der guten Stube. Um mal die einfache Bevölkerung zu beeindrucken fuhren wir mit dem übrigens schwarzen BMW Einser beim Burger King vor, mit Anzug macht man dort was her. Die Rückfahrt war sehr gediegen, auf der Autobahn mit Fernlicht mit biszu 200 macht einfach Spaß. Auf der Landstraße konnte man das geile Fahrwerk mal etwas austesten. Die Traktion des Hecktrieblers ist für deutlich mehr als 115PS ausgelegt, die ESP-ASR-Lampe hat nicht einmal aufgeleuchtet. Die Zweizonenklimaautomatik und auch die Sitzheizung gefiel nicht nur meinen Befahrer, dank iDrive mit optischer Einparkhilfe war selbst das Parken kein Ding (obgleich wir beide Mitglied im Club der Profieinparker sind ;). Nachts um 3 Uhr beschloss ich 3,5 Stunden zu schlafen bevor das Rennen in Suzuka beginnt. Über das Rennen muss man nichts mehr sagen, der WM-Titel ist in sprichwörtlichen Rauch aufgegangen. Frühstück wurde zur Mittagszeit eingenommen, am Nachmittag haben wir das den Einser stehen gelassen und 10 km durch die Rhön gestampft, bei perfektem Spätsommerwetter. Vor der Heimfahrt wurde die örtliche Gastronomie finanziell unterstützt, und ein unvergessliches, spontanes sowie teueres Wochenende hatte sein Ende. Die Heimfahrt war zum Glück staufrei, man konnte weitestgehend voll durchtreten. Der geliehene BMW Einser wurde sehr gut genutzt, 850km bei 8,7l Verbrauch sind schon ein Wort.
Dienstag, Oktober 10, 2006
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