Freitag, September 01, 2006

Wer ist ferrari987

Auf einmal ein neuer Poster auf dem Blog mit wenig aussahekräftigem Pseudonym "ferrari987". Diesen Schleier möchte ich jetzt ein wenig lüften.
Meine Name ist Daniel Günzel, ich bin seit kurzem Kollege von Daniel Lang, dem Besitzer dieses Blogs zwecks Zivildienst. Ich betreibe nebenbei eine kleine Computerfirma, zu finden unter www.dgd-pc.de.
Mein Nickname ist leider Gottes (kann der wirklich etwas dafür?) nicht einzigartig, d.h. wird von mehreren realen Personen verwendet, aber wie sagt der Bayer "jo mei".
Da ich sonst ungerne meinen überwachungsstaatlich registrierten, nur schwer änderbaren Realnamen angebe, habe ich der Datenkrake den Namen ferrari987 serviert.
Dass ich ein leidenschaftlicher Schumifan bin sollte beim Anblick des Namens eigentlich klar sein.
Passend dazu habe ich ja auch zwei Artikel verfasst, beide mit persönlicher Note:
Ferrari Renntag
Schumis Karrieende

Auskuck

Entwarnung, der nachfolgende Artikel hat nichts mit Seemannsgarn zu tun, der Titel stellt lediglich eine etwas lapidare Übersetzung des wohl bekanntesten Emailprogrammes dar. Microsofts Outlook hat im Gegensatz zu den anderen Teilen des Büropaketes praktisch keine Konkurrenz aus dem Lager der freien Software zu fürchten. (Siehe "Offenes Büro"). Doch was macht Auskuck zu solch einem Unikat. Zum einen hat die Softwareschmiede aus Redmond diesen Teil ihres Büropaketes stetig weiterentwickelt, wobei im Gegensatz zu anderen Werkstücken dies größtenteils sogar in die richtige Richtung geschehen ist (es ist selbstredend dass es niemals "die" richtige Richtung geben kann). Die neueste Version glänzt mit einem Filter für ungewünschte Mails, der erstmals halbwegs funktioniert.
Doch das Emailsegment von Auskuck ist nicht mit besonderen Funktionen gesegnet welche das Prädikat "einzigartig" verdienen. Weitesgehend unschlagbar in vielerlei Hinsicht ist die Kalenderfunktion. Neben einer guten Übersicht und vielerei Einstellmöglichkeiten sind die wahren Stärken dieses Programmteils die Kompatibilität.
Jedes mobile Stück Hardware, egal ob es sich nun Handy, PDA, Palm, Smartphone schimpft, versteht sich je nach Synchronisationssoftware sehr gut bis mäßig mit Auskuck. Für unsere Mobilitätsgesellschaft ist diese Schnittstelle von großem Nutzen. Nur so kann man seine Termine bequem am Rechner planen und dennoch überall dabei haben. Ganz nebenbei wird auch das gesamte Adressbuch aus Ausguck ins Mobilgerät übernommen.
Und selbst das sichern der wertvollen Termin- und Nachrichtenbestände fällt dank Komplettexport in eine Datei recht leicht.

Bis ein Konkurrenzprodukt, erst recht aus der OpenSource Ecke einen vergleichbaren Funktionsumfang erreicht hat, schmilzen noch einige Gletscher.

Aber ein Auskuck in die Ferne kann nie schaden.

Offenes Büro

Microsoft hat im Bereich der Büropakete fast das Monopol. Jedes Kind kennt Word; Präsentationen werden mit PowerPoint (R) erstellt. Bei jedem gekauften Rechner ist mindestens ein abgespecktes Büropaket vom Quasimonopolisten dabei.
Interessant sind jedoch geschäftlich und damit produktiv genutzte Lizensen. Beim Umstieg auf das freie, offene Büropaket OpenOffice, zu Deutsch offenes Büro, kann ein mittelständiges Unternehmen pro Jahr durchaus vierstellige Beträge sparen. Das Benutzerinterface steht dem großen Vorbild aus Redmond inzwischen in nichts mehr nach. Dennoch stellen die allerwenigsten Unternehmen wirklich um. Die Gründe dafür sind vielfältig und menschlich: "Was der Manager nicht kennt, kauft er nicht.", der Mensch ist nunmal ein Gewohnheitstier.

Laut ct-Test läuft das Schreibprogramm von "Offenes Büro" sogar stabiler als das eigentlich aufgrund des Alters als ausgereift geltende Word.

Natürlich hat der Umstieg auf das offene Büro seine Nachteile, von der anfänglichen Grundskepsis mal ganz abgesehen. Nicht alle Dateien aus dem Hause Redmond werden optimal angezeigt. Der Funktionsumfang der offenen Excel Ausbaustufe kann mit dem kommerziellen Produkt nicht ganz mithalten. Auch der Datenbankabteil des offenen Büropakets ist noch stark ausbaufähig.
Das Totschlagargument für viele Unternehmen ist jedoch "Auskuck" bzw. Outlook, mit das beste Terminverwaltungsprogramm am Markt. Diesem hat das offene Büro nichts entgegenzusetzen, das freie Mozilla Donnervogel bietet zwar ausreichende Emailfunktionen, im Bereich des Kalendertums ist jedoch noch nichts vorhanden.

Um also den kompletten Umstieg ohne Einschränkungen zu vollziehen müssen wir also noch ein paar Jahre warten und die Communty von "Offenes Büro" am besten tatkräfig unterstützen.

Die Zeit

Seit einer Woche bin ich glücklicher Abonnent der Zeit, und das sogar noch vergünstigt, das Zividasein hat also nicht nur Nachteile. Die Zeit hat ja der Mensch abonniert, ich beziehe mich allerdings auf die donnerstäglich erscheinende Zeitung. Der Name ist Programm, man braucht wirklich Zeit um sich durch das Blatt zu lesen. Daher habe ich die These abgeleitet, ein ganzseitiger Artikel der Zeit könnte so in etwa genauso viele Sätze enthalten wie ein Exemplar der größten europäischen Boulevardzeitung, das Nachzählen kann aber jemand anderes übernehmen.
Schon bei der Lektüre der Titelseite fällt auf der Unterschied zu einer gewöhnlichen Tageszeitung auf. Es werden nicht einfach dpa-Pressemeldungen in einen Text verpackt, sondern durchaus lesenwerte zum Teil sogar kritische und subjektive Informationen angeboten.
Der Nachteil des von gewöhnlichen Zeitungen übernommenen Layout liegt schlicht und ergreifend in der Größe. Da am Frühstückstisch oder während der Zugfahrt nicht die Zeit für alle Artikel vorhanden ist, muss man sich als Hobby-Bastler betätigen und alles wieder sorgfältig zusammenfalten. - Sei's drum - Der Inhalt entschädigt für diese Strapazen und ist im Vergleich zum Magazin dessen Namensgeber eine reflektierende Glasscheibe ist, zum Großteil keine 08/15 Kost.
Obwohl einer der Herausgeber durchaus der SPD nahe steht, wird die Kuschel-Koalition differenziert kritisiert. Auch die teilweisen plumpen und populistischen Argumente aller Oppositionsparteien werden entlarvt.

Alles in allem erhalte ich vom Verlag der Zeit kein Geld für diesen Artikel, dennoch kann ich denjenigen empfehlen diese Zeitung zu lesen, die Zeit dafür haben und über den sprichwörtlichen Tellerrand hinaus schauen wollen, denn die Welt hat mehr zu bieten, als die Tagesthemen uns vorkauen.